Information, Kommunikation

Damit Massnahmen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ihre Wirkung entfalten können, sind Information und Kommunikation zentral. Unternehmen sollten die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeitenden mit Betreuungspflichten regelmässig erheben und analysieren – sowohl die gegenwärtigen als auch die zukünftigen. Und sie sollten ihre Angebote zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sorgfältig auf diese Informationen und Analysen abstimmen. So lassen sich Fehlentscheide und Frustrationen vermeiden.

Die einfachsten Möglichkeiten, um an diese Informationen zu kommen, sind Mitarbeitendengespräche und Teamgespräche, bei denen sich die Angestellten über fachliche, betriebliche und private Anliegen austauschen. Aufwändigere Methoden sind Interviews und Befragungen der Mitarbeitenden oder ein Austausch in Grossgruppen.

Mindestens ebenso wichtig ist die Kommunikation in umgekehrter Richtung: Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden auf dem Laufenden darüber halten, wie das Angebot zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben aussieht und welche Verfahren und Anlaufstellen es gibt. Das kann über Gespräche, Broschüren oder das Intranet geschehen. Die beste Massnahme ist wirkungslos, wenn niemand weiss, dass es sie gibt.

 

Klare Regelungen

In vielen Unternehmen werden personenabhängige Einzellösungen angestrebt, sobald sich Probleme bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zeigen. Das ist ein mögliches Vorgehen, aber nicht das einzige. Vor allem in grösseren Unternehmen empfiehlt es sich, Angebote und Massnahmen zur Vereinbarkeit strukturell anzugehen und in einer familienfreundlichen Personalpolitik zu verankern. Darin kann zum Beispiel geregelt werden, wie bezahlte und unbezahlte Absenzen von der Arbeit gehandhabt werden. Oder dass Stunden-, Teil- und Vollzeitarbeit bezüglich vertraglicher und sozialer Absicherung gleich behandelt werden. Oder dass es einen klar geregelten und bezahlten Pflegeurlaub in Notsituationen und eine vorteilhafte Pensionskassenlösung für Teilzeitangestellte gibt. Mehr Informationen finden sich unter dem Handlungsfeld Lohn.

Kennzahlen der Beschäftigtenstruktur

Wer familienfreundliche Rahmenbedingungen und Massnahmen schaffen will, die den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entsprechen, benötigt verlässliche Informationen und Daten zum Personal. Dazu gehören Kennzahlen zur Beschäftigtenstruktur wie zum Beispiel:

  • Anteil Frauen und Männer mit und ohne Vorgesetztenfunktion, die Vollzeit und Teilzeit arbeiten
  • Anteil Frauen und Männer mit und ohne Vorgesetztenfunktion, die Betreuungsaufgaben (Kinder oder pflegebedürftige Angehörige) wahrnehmen
  • Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen nach Anstellungsgrad, Geschlecht und Betreuungspflichten
  • Neueinstellungen und Beförderungen nach Geschlecht und Betreuungspflichten
  • Rückkehrquote von Frauen nach dem Mutterschaftsurlaub

Anlaufstelle für Mitarbeitende

Müssen Mitarbeitende von einem Tag auf den anderen Pflege für ein Familienmitglied oder eine neue Betreuung für ein Kind organisieren, ist das aufwändig und mit Stress verbunden, was sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken kann. Je nach Grösse des Unternehmens empfiehlt es sich deshalb, eine Person oder eine Stelle zu bezeichnen, an die sich Mitarbeitende mit beruflichen und familiären Fragen und Problemen wenden können. Wer dieses Know-how nicht in der Firma aufbauen möchte, kann einen Vertrag mit einem auf Betreuungsfragen spezialisierten Unternehmen abschliessen und die Beratung für Mitarbeitende extern regeln. Entsprechende Adressen finden sich unter Ganz praktisch.