Lohn

Frauen verdienen durchschnittlich deutlich weniger als Männer. Gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) lagen 2010 die Frauenlöhne in der Privatwirtschaft des Kantons Zürich rund 24 Prozent tiefer als die Männerlöhne. Nur zwei Drittel des Lohnunterschieds können mit unterschiedlicher Ausbildung, beruflicher Erfahrung und Position erklärt werden.

Einkommensunterschiede von Frauen und Männern sind ein wichtiges Hindernis für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn das Einkommen ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Wahl des Familienmodells. Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, ist eine partnerschaftliche Rollenteilung für Paare schwierig. Ausserdem bleiben familienfreundliche Angebote und Massnahmen in Unternehmen ungenutzt – zum Beispiel Teilzeitmodelle für Männer.

 

Lohnsystem

Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass der verfassungsrechtlich garantierte Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit bei ihnen verwirklicht ist. Zwar ist in Betrieben mit einem transparenten und geschlechtsunabhängigen Lohnsystem eine direkte Diskriminierung, also ungleicher Lohn für gleiche Arbeit, unwahrscheinlich. Aber eine systematische Überprüfung der Löhne kann ergeben, dass trotz guter Absichten eine indirekte Diskriminierung, also ungleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, besteht. Sie entsteht, wenn Systeme zur Arbeitsbewertung verwendet werden, die frauenspezifische Anforderungen und Belastungen nicht einbeziehen oder zu tief bewerten. Das Lohnsystem sollte ausserberuflich erworbene Schlüsselkompetenzen als zusätzliche Qualifikationen werten.

Mit dem kostenlosen Lohngleichheitstest Logib stellt das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann Unternehmen ein Instrument zur Selbstkontrolle zur Verfügung. Die animierte Anleitung LOGIB Schritt für Schritt zeigt, wie das Instrument funktioniert.

Mit dem Lohngleichheitsdialog, einem Projekt der Sozialpartner und des Bundes, können Unternehmen überprüfen, ob sie Frauen und Männern die gleichen Löhne zahlen.

Unternehmen können das Zertifikat equal salary erlangen, welches die Lohngleichheit von Frauen und Männern belegt.

Zulagen

Unternehmen können ihre Angestellten mit Familienpflichten durch finanzielle Zulagen unterstützen – zum Beispiel indem sie eine einmalige Geburtszulage ausbezahlen oder Familienzulagen, die über dem gesetzlichen Mindestbetrag liegen. Familienzulagen sollen die finanzielle Mehrbelastung durch Kinder teilweise ausgleichen.

Seit dem 1. Januar 2009 ist das neue Bundesgesetz über die Familienzulagen in Kraft. Es regelt die Anspruchsvoraussetzungen für Kinder- und Ausbildungszulagen und setzt die Mindesthöhe der Zulagen fest.



Sozialversicherungen

In der beruflichen Vorsorge BVG sind tiefe Einkommen (unter 20'520 Franken) nicht obligatorisch versichert, was bedeutet, dass Teilzeitarbeitende das Versicherungsobligatorium oft nicht erreichen. Arbeitgebende können diese untere Grenze jedoch freiwillig dem Beschäftigungsgrad anpassen. So ist zum Beispiel bei einem 50-Prozent-Pensum der Beitritt zum BVG bereits ab 10'260 Franken Jahreseinkommen möglich. Zudem können Unternehmen ihre Angestellten mit weiter führenden Informationen und Beratung unterstützen.

Für Unternehmen

  • Analyse von Lohndiskriminierung. Hintergründe, Vorgehensweisen und Instrumente.
    Schär Moser Marianne & Baillod Jürg. AJP/PJA 11/2006.
  • Arbeit bewerten – Personal beurteilen. Lohnsysteme mit Abakaba. Grundlagen. Anwendung. Praxisberichte.
    Katz Christian & Baitsch Christof. Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich (2006).

Für Arbeitnehmende

Lohn

  • Salärempfehlungen 2010.
    Info-Schrift Nr. 1 Schweizerischen Kaufmännischen Verbands (2009).
  • Das Lohngespräch.
    Info-Schrift Nr. 1a des Schweizerischen Kaufmännischen Verbands (2005).

Betreuungsgutschriften für pflegende Angehörige

Wer im gemeinsamen Haushalt Verwandte oder Geschwister mit einer mittleren oder schweren Hilflosigkeit betreut, hat Anspruch auf Anrechnung dieser Betreuungsgutschrift. Der Anspruch muss jährlich schriftlich bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Die Betreuungsgutschriften von jährlich ungefähr 40‘000 Franken werden auf dem individuellen Konto gutgeschrieben und haben eine höhere AHV-Rente im Alter zur Folge. Betreuungsgutschriften sind keine direkten Geldleistungen. Betreuen mehrere Personen die pflegebedürftige Person, werden die Betreuungsgutschriften unter diesen Personen aufgeteilt.

Lohnkompensation für Pflegende

Gemäss der «Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Betreuungskosten bei den Ergänzungsleistungen (ELKV)» hat eine Person, die das eigene Arbeitspensum wegen der Pflegebedürftigkeit einer angehörigen Person reduziert, Anspruch auf Lohnkompensation. Allerdings nur, wenn die pflegebedürftige Person Ergänzungsleistungen bezieht.

Vorgehen: Die pflegebedürftige Person stellt beim kantonalen Amt für Sozialversicherungen (SVA) einen Antrag auf Krankheits- oder Behinderungskosten und fordert die Kompensation des Verdiensts der pflegenden Person. Das formlose Schreiben muss ein Arztzeugnis enthalten, das belegt, dass die Pflegebedürftigkeit nicht bloss vorübergehend ist. Zudem ist eine Kopie des Arbeitsvertrags der pflegenden Person beizulegen. Wird der Antrag bewilligt, stellt die pflegebedürftige Person die Pflegeperson an und rechnet AHV, UVG und ALV ab.

Wie die vorgestellten Massnahmen in der Praxis umgesetzt werden können und wirken, haben wir für Sie im Bereich Erfolgsgeschichten zusammengestellt.

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